BIRKEN-REIZKER (Lactarius torminosus)

Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: 4-12 cm Durchmesser, jung gewölbt, dann ausgebreitet und trichterförmig vertieft, Rand lange eingerollt und stark fransig/wollig behangen. Farbe gelbrosa bis blassrötlich, kreisrund gezont, Oberfläche deutlich filzig.
Lamellen: cremefarben bis blassrosa, dichtstehend, am Stiel herablaufend. Sporenpulver cremefarben.
Stiel: 3-6 cm lang, blassrosa, oft mit flachgrubigen Vertiefungen, im Alter hohl.
Fleisch: weisslich, brüchig, scharfer Geschmack.
Milchsaft: weiss, reichlich, sofort scharfschmeckend.
TYPISCHE MERKMALE: Mittelgrosser Pilz mit blassrötlichen Farben, herablaufenden Lamellen, meist trichterförmigen, filzigem Hut, Hutrand auffallend fransig-wollig, sehr scharfer, weisser Milchsaft.

VORKOMMEN
August bis Oktober besonders bei Birken, lichte Wälder.

GIFTIGKEIT
verursacht heftige Magen-Darm-Probleme, ausser nach spezieller Zubereitung (Silieren!)
ungekocht mit scharf-brennendem Saft

SYMPTOME
Bald nach Pilzmahlzeit treten heftige Magen-Darm-Probleme auf siehe giftige Reizger (Lactarius spp.)

LAIENHILFE
in jedem Fall mit Beschwerden muß der Erkrankte vom einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte die Nötigkeit weiterer Diagnostik und der Einweisung in eine Klinik besprochen werden;

ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Flaumiger Milchling (Lactarius pubescens): hat keinen gezonten Hut und ist von weisslichblasser Farbe, er ist jedoch ebenfalls fransig-wollig und steht bei Birken.
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
->Echter Reizker (Lactarius deliciosus) unterscheidet sich durch seinen bleibend karottenroten, milden Milchsaft, den hellorangen Farben von Hut, Stiel und Lamellen und dem Standort bei Kiefern.
Fichten-Reizker (Lactarius deterrimus) ist kräftig orange mit grünen Farbtönen, die Lamellen flecken grünlich, sein milder Milchsaft ist karottenrot und verfärbt sich weinrot, er wächst im Fichtenwald.

SYNONYME
Birkenreizker; Birken-Milchling; Birkenmilchling; Falscher Reizker; Zottiger Reizker; Lactarius torminosus;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Milchlinge; Lactarius spp; Reizker;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


10. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil II). Leber Magen Darm 3/87 173-197


11. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999