BLAUBLÄTTRIGER WEISSTÄUBLING (Russula delica)

BLAUBLAETTRIGER WEISSTAEUBLING (RUSSULA DELICA) Bild 1 
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Haberl B ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 5-20 cm, gewölbt und schon jung mit vertiefter, trichterförmiger Mitte, deutlich eingerollter Rand, später etwas ausgebreitet. Farbe weisslich, auf Druck oder im Alter ockerbräunlich, Oberfläche faserig und oft mit Erde beschmutzt (Pilz hebt im Wachstum die über ihn liegende Erdschicht an, daher der Name Erdschieber)
Lamellen: Weisslich, zum Stiel hin etwas bläulich und oft tränend, am Stiel leicht herablaufend, dicklich und weit auseinanderstehend, Sporenpulver weisslich
Stiel: 2-6 cm lang, hart, weisslich, manchmal bräunend
Fleisch: weiss, hart, mild, fischartiger Geruch
TYPISCHE MERKMALE: Grosser, trichterförmig vertiefter, weisslicher Lamellenpilz mit unangenehmen, fischartigen Geruch und hartem Fleisch. Hebt die über ihm liegende Erdschicht an.

VORKOMMEN
Juli bis Oktober in Laub- und Nadelwäldern, häufiger Pilz

WERT
Essbar, jedoch geringwertig

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Zu häufigen Verwechslungen kommt es bei Pilzen mit weisslichem Hut, einerseits innerhalb der Gattung der Täublinge (Russula), wie auch seltener der Milchlinge und Knollenblätterpilze.
UNGENIESSBARE TÄUBLINGE: Schmalblättriger Weisstäubling, (Russula chloroides), Gelbblättriger Weisstäubling (Russula pallidospora), beide sehr scharfer Geschmack
UNGENIESSBARE MILCHLINGE: die Gattung der Milchlinge (Lactarius), die jedoch einen Milchsaft besitzen: Wolliger Milchling (Lactarius vellereus), Pfeffer-Milchling (Lactarius piperatus); beide Milchlinge sondern einen Milchsaft ab, der sehr scharf schmeckt.
TÖDLICH GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Weisser Knollenblaetterpilz (Amanita verna)
Kegelhuetiger Knollenblaetterpilz (Amanita virosa)
Gruener Knollenblaetterpilz (Amanita phalloides)
Die Knollenblätterpilze haben an der Stielbasis immer eine von weissen, häutigen Hüllresten umgebene, deutliche Knolle und einen Ring am Stiel. Die Lamellen sind reinweiss und nicht am Stiel angewachsen. Die Knollenblätterpilze (Amanita) erscheinen eher schlank und hochgewachsen, während die Täublinge (Russula) dagegen gedrungen und kräftig aussehen.

SYNONYME
Gemeiner Weisstäubling; Erdschieber; Milchlings-Täubling; Russula delica; Saftloser Milchling; Lactarius exsuccus; Weißtäubling gemeiner; Weißtäubling blaublättriger;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Speisepilze; Täublinge; Russula spp.;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


3. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


4. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


5. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


6. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978