ECHTER REIZKER (Lactarius deliciosus)

Haberl B; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: 5-12 cm Durchmesser, gewölbt, später trichterförmig mit lange eingerolltem, jung feinfilzigem Rand. Farbe lachsfarben bis orange, oft dunkler, kreisförmig gezont und grünlich fleckend, manchmal mit grubigen Vertiefungen auf dem Hut.
Lamellen: gelborange bis orange, bei Berührung grünfleckend, dichtstehend, am Stiel herablaufend. Sporenpulver cremefarben.
Stiel: 3-7 cm lang, lachsfarben bis orange, feinbereift, oft gefleckt, flachgrubige Vertiefungen.
Fleisch: weisslich, obstartiger Geruch, Geschmack mild
Milchsaft: karottenrot, nicht weiter verfärbend, nur etwas blasser werdend, milder Geschmack.
TYPISCHE MERKMALE: mittelgrosser, lachsfarbener bis oranger Pilz, auf Druck grünfleckend, meist trichterförmiger Hut, herablaufende Lamellen, eine bleibend karottenrote, milde Milch, grubige Vertiefungen am Stiel und evtl Hut, unter Kiefern wachsend.

VORKOMMEN
Juli bis November in Kiefernwälder, oft in Massen wachsend, andererorts nicht vorkommend

WERT
Guter Speisepilz

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Birken-Reizker (Lactarius torminosus) unterscheidet sich durch seine filzige, blassrote Hutoberfläche, dem fransig behangenem Hutrand, dem Standort bei Birken und dem reichlichen, weissen und scharfschmeckenden Milchsaft.
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Fichten-Reizker (Lactarius deterrimus) unterscheidet sich durch seinen Standort bei Fichten und dem karottenroten Milchsaft, der sich nach ca. 20 Minuten weinrot verfärbt. Ausserdem haben weder Hut noch Stiel grubige Vertiefungen.
->Lachsreizker (Lactarius salmonicolor): ist lachsfarben und nicht kräftig orange gefärbt. Er zeigt keine oder nur ganz schwache grüne Farben, ausserdem wächst er nur bei Weisstannen.

SYNONYME
Edel-Reizker; Edelreizker; Kiefern-Blutreizker; Kiefern-Blut-Reizker; Lactarius deliciosus;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Speisepilze; Milchlinge; Lactarius spp; Reizker

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978