ECHTER SCHAFPORLING (Albatrellus ovinus)

ECHTER SCHAFPORLING (ALBATRELLUS OVINUS) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ, Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 5-12 cm, jung gewölbt, dann unregelmässig verbogen/wellig, meist sind die Hüte miteinander verwachsen, Farbe blassgelblich, grauweiss bis hellbräunlich, häufig gelb verfärbend, Oberfläche jung glatt, später felderig rissig
Poren: jung weiss, später gelblich, englöcherig, am Stiel herablaufend, Röhren sehr kurz. Sporenpulver weisslich.
Stiel: 3-5 cm lang, weisslich, gilbend, häufig seitlich, aber auch zentral angewachsen.
Fleisch: weiss, dann gilbend, brüchig, milder Geschmack, mandelartiger Geruch.
TYPISCHE MERKMALE: Weisslicher, gilbender Porling, meist miteinander verwachsene Hüte mit kurzen, blassgelben Röhren.

VORKOMMEN
Juli bis Oktober in Nadelwäldern, meist in Massen und miteinander verwachsen, wohl eher im Flachland vorkommend.

GIFTIGKEIT
Der Echte Schafporling gilt als Speisepilz (3), ist aber ungenügend gekocht oder roh giftig und verursacht dann heftige Magen-Darm-Beschwerden; manche Personen vertragen den Pilz auch gekocht nicht.
Von dem Schafporling (Albatrellus subrubescens) sind Vergiftungen beschrieben (1)

SYMPTOME
Besonders nach dem Genuß roher oder ungenügend gekochter Pilze kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Darmkrämpfen.

LAIENHILFE
in jedem Fall mit Beschwerden muß der Erkrankte vom einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte die Nötigkeit weiterer Diagnostik und die Notwendigkeit zur Einweisung in eine Klinik besprochen werden;

ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

TOXINE
Im Schafporling (Albatrellus ovinus) wurden verschiedene phenolische Meroterpenoide wie Grifolin, Scutigeral, oder Cristatsäure nachgewiesen

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Schafporling (Albatrellus subrubescens): kann makroskopisch kaum unterschieden werden, er scheint bevorzugt im Gebirge vorzukommen und hat auf dem Hut rötliche/violette Schüppchen.
Semmelporling (Albatrellus confluens): unterscheidet sich durch seine semmelfarbenen, dachziegelartig wachsenden Hüte und seinen strunkartigen Stiel, der sich in mehrere Einzelstiele teilt. Nur jung essbar, wegen bitteren Geschmack.

SYNONYME
Schafporling; Echter Schafporling; Schafeuter; Scutiger opvinus; Albatrellus ovinus; Polyporus ovinus; Caloporus ovinus; Albatrellus subrubescens; Albatrellus similis;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Speisepilze; Pilzvergiftung kurze Latenz; gastrointestinales Pilzsyndrom; Porlinge; Albatrellus spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


4. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


5. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


6. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999