FALSCHER PFIFFERLING (Hygrophoropsis aurantiaca)

FALSCHER PFIFFERLING (HYGROPHOROPSIS AURANTIACA) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 3-7 cm, jung gewölbt, bald in der Mitte trichterförmig vertieft, dann manchmal wellig verbogen, Hutrand lange eingerollt. Farbe variiert von dottergelb, orangegelb bis bräunlichorange, Oberfläche feinfilzig.
Lamellen: wie Hut gefärbt, blattartig, jedoch dicklich, am Stiel herablaufend, regelmässig gegabelt. Sporenpulver blassgelb.
Stiel: 2-5 cm lang, glatt, orangebraun, gegen Basis verjüngt.
Fleisch: gelblich, milder Geschmack.
TYPISCHE MERKMALE: Mittelgrosser, orangegelber Pilz mit dicklichen, blattartigen Lamellen, die am Stiel herablaufen, Hut mit vertiefter Mitte, Hutrand lange eingerollt.

VORKOMMEN
September bis November in Laub- und Nadelwälder, auf Erde aber auch auf Strünken.

GIFTIGKEIT
Wird von manchen Personen nicht vertragen, und verursacht dann meist nur milde Magen-Darm-Probleme; andere Personen vertragen den Pilz ohne Beschwerden.
Der Pilz ist keine Speisepilz und soll nicht verzehrt werden.

SYMPTOME
UND THERAPIE
siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Symptomen

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
TÖDLICH GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Orangefuchsiger Rauhkopf (Cortinarius orellanus)

Spitzbuckeliger Rauhkopf (Cortinarius rubellus)
Goldgelber Rauhkopf (Cortinarius gentilis)
Die oben genannten Rauhköpfe, die zu den Haarschleierlingen (Cortinarius) zählen, unterscheiden sich durch ihre durchwegs rostbraune/orangefuchsige Farbe, dem insgesamt schlanken Wuchs und einem oft gebuckelten Hut. Ein für die Gattung typisches Merkmal ist der spinnwebenartige Schleier, der sich vom Stiel zum Hutrand spannt (Cortina). Allerdings ist die Cortina oft nur bei sehr jungen Pilzen zu erkennen, da sie im Alter schwindet. Das Sporenpulver ist rostbraun und färbt den Stiel durch heruntergefallene Sporen oft ebenfalls rostbraun.

Kahler Krempling (Paxillus involutus) sollte zu keinen Verwechslungen führen, da selbst kleingewachsene Exemplare sich allein schon aufgrund der ocker- bis rostbraunen Farben und den auf Druck rostbraun werdenden Lamellen unterscheiden.

GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Oelbaumpilz (Omphalotus olearius) gibt in unseren Breiten kaum Anlass zu Verwechslungen, da er bevorzugt in wärmebegünstigten Gebieten vorkommt. Er unterscheidet sich gut durch sein büscheliges Wachstum auf Laubholz. In Gestalt und Farbe sind sich beide Pilze ähnlich, jedoch hat der Ölbaumpilz relativ dichtstehende, schmale Lamellen und einen oft exzentrischen Stiel, während der Falsche Pfifferling zwar blattartige, aber dickliche und viele gegabelte Lamellen hat.
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Pfifferling (Cantharellus cibarius) sieht ihm in Farbe und Wuchs recht ähnlich, er hat jedoch deutlich leistenartige, stumpfe Lamellen, die stark aderig untereinander verbunden sind und seine dottergelbe Farbe geht nicht ins orangerote.

SYNONYME
Falscher Eierschwamm; Orangeroter Trichterling; Hygrophoropsis aurantiaca; Cantharellus aurantiacus; Clitocybe aurantiaca;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Afterleistlinge; Hygrophoropsis spp; Paxillaceae;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


10. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil II). Leber Magen Darm 3/87 173-197


11. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999