FALTENTINTLING (Coprinus atramentarius)

FALTENTINTLING (COPRINUS ATRAMENTARIUS) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 3-10 cm, Höhe 3-8 cm, jung eiförmig, später glockig, im Alter eingerissener, aufgebogener Rand, Oberfläche längsfaltig gerieft, aschgrau und anfangs in der Mitte mit bräunlichen, leicht abwischbaren Schüppchen besetzt, alt fast kahl.
Lamellen: jung weissgrau, später braun, dann schwarz und zuletzt tintenartig zerfliessend, dichtstehend, am Stiel nicht angewachsen, Sporenpulver schwarz
Stiel: 4-15 cm lang, schlank, hohl, weiss, glatt, am Grund etwas verdickt und feinschuppig (Ringzone)
Fleisch: weiss, mild schmeckend
TYPISCHE MERKMALE: Aschgrauer, faltig-gefurchter, glockiger Lamellenpilz mit anfangs weissen, später schwarzen, tintenartig zerfliessenden Lamellen, meist büschelig wachsender Pilz

VORKOMMEN
Mai bis November, büschelig verwachsen, auf gedüngten Böden wie Äcker, Wiesen, Wegränder, evtl in Verbindung mit Holz.

GIFTIGKEIT
Verursacht mit Alkohol (auch noch Tage nach der Pilzmahlzeit) das Coprinus Syndrom
Ohne Alkoholgenuß vor und bis 5 Tage nach der Pilzmahlzeit entstehen keinerlei Beschwerden.

SYMPTOME
Nach Alkoholgenuß Gesichts- und Hautrötung, Kopfschmerzen, Herzschmerzen und selten auch schwere lebensbedrohliche Beschwerden siehe Coprinus Syndrom


ÄRZTLICHE THERAPIE
siehe Coprinus Syndrom

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Essbarer Doppelgänger: Schopftintling (Coprinus comatus)
wächst an ähnlichen Standorten, jedoch nicht büschelig und unterscheidet sich durch seine deutlichen, bräunlichen, sparrig abstehenden Schuppen auf dem weissen Hut.

SYNONYME
Falten-Tintling; Knotentintling; Grauer Faltentintling; Grauer Tintling; Coprinus atramentarius; inky cap;
Grey ink-cap;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Tintlinge; Coprinus spp; Pilzvergiftung kurze Latenz;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil II). Leber Magen Darm 3/87 173-197


10. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999