GALLENRÖHRLING (Tylopilus felleus)

GALLENROEHRLING (TYLOPILUS FELLEUS) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 5-12 cm, anfangs halbkugelig, dann polsterförmig gewölbt, dickfleischig, Farbe variiert von hell bis dunkelbräunlich.
Röhren: jung weiss, weissgrau, dann rosa, auf Druck etwas bräunend, englöcherig, um den Stiel ausgebuchtet. Sporenpulver rosabraun.
Stiel: 6-15 cm lang, kräftig, keulig, ockerbräunlich mit einem ausgeprägten, dunkleren, bräunlichen längsmaschigen Netz.
Fleisch: weiss, im Schnitt nicht verfärbend, angenehmer Geruch, Geschmack sehr bitter (schon durch Lecken bemerkbar)
TYPISCHE MERKMALE: Mittelgrosser Röhrling mit bräunlichem Hut, anfangs weissen, später blass rosa gefärbten Röhren, Stiel mit bräunlicher, grobmaschiger Netzzeichnung, sehr bitterer Geschmack.

VORKOMMEN
Juni bis Oktober, vor allem in Nadelwäldern, einzeln oder gesellig, verbreitet.

GIFTIGKEIT
Der Pilz schmeckt Gallenbitter und wird daher meist nicht gegessen; ein Gallenröhrling verdirbt ein ganzes Pilzgericht; Wird das Pilzgericht trotzdem gegessen treten milde bis mittelschwere Magen-Darm-Probleme auf

SYMPTOME
LATENZZEITEN: meist 15 Minuten bis 2 Stunden.
Das Pilzgericht ist bitter bis sehr bitter, nach 15 Minuten bis 2 Stunden können Magen-Darm-Probleme mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.

LAIENHILFE
in jedem Fall muß der Erkrankte vom einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte die Nötigkeit weiterer Diagnostik zum Ausschluß anderer Giftpilze und die Notwendigkeit zur weiteren Therapie

ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung


VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Steinpilz (Boletus edulis) sieht ihm sehr ähnlich, vor allem junge Exemplare, da bei beiden Pilzen die Röhren dann noch weisslich sind, erst später werden sie beim Steinpilz gelb bis olivgrün und beim Gallenröhrling rosa. Unterschiedlich sind schon jung die Stiele, die beim Gallenröhrling gelbbräunlich sind und später eine bräunliche Netzzeichnung zeigen, während der Steinpilz einen weissgrauen Stiel mit weisser Netzzeichnung hat. Auf jeden Fall unterscheidet sich der Steinpilz durch seinen angenehmen, milden Geschmack !
Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus)
Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus)

SYNONYME
Gallen-Röhrling; Bitterpilz; Tylopilus felleus;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Röhrlinge; Tylopilus spp; Pilzvergiftung kurze Latenz;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


10. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999