GALLENTÄUBLING (Russula fellea)

GALLENTAEUBLING (RUSSULA FELLEA) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 4-8 cm, ockerfarben, jung halbkugelig, bald ausgebreitet und in der Mitte vertieft.
Lamellen: blassocker, dann deutlich ocker, am Stiel angewachsen, Sporenpulver cremefarben
Stiel: 3-6 cm lang, fest, später hohl, schwach ockerfarben, nicht grau verfärbend
Fleisch: weisslich bis schwach ocker, süsslicher Geruch, sehr scharfer Geschmack
TYPISCHE MERKMALE: Mittelgrosser Lamellenpilz mit ockerfarbenen Hut und ähnlich gefärbten Lamellen und Stiel. Stiel nicht grau verfärbend, sehr scharfer Geschmack !

VORKOMMEN
August bis November in Laub- und Mischwäldern, besonders häufig unter Buchen

GIFTIGKEIT
Ungeniessbar wegen des sehr scharfen Geschmackes; alle roh scharf schmeckenden Täublinge sind giftverdächtig; je kürzer diese gekocht werden, desto stärkere Magen-Darm-Beschwerden sind möglich

SYMPTOME
Magendarmreizungen sind möglich 15 Minuten bis zu 4 Stunden nach der Pilzmahlzeit mit Übelkeit, Magendarmkrämpfen, Erbrechen und Durchfall

LATENZZEITEN: 15 Minuten bis 4 Stunden


LAIENHILFE
Bei frühzeitigem Verdacht medizinische Kohle 20-40g (bei Kindern 1g / kg KG); in jedem Fall muß der Erkrankte vom einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte die Nötigkeit weiterer Maßnahmen besprochen werden.

ÄRZTLICHE THERAPIE
Bei Magendarmbeschwerden siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung


VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN

Leicht zu verwechseln mit anderen, gleichfarbigen Täublingen, wie z. B. den ebenfalls ungeniessbaren
Stinktäubling (Russula foetens) oder den essbaren
Ocker-Täubling (Russula ochroleuca): dessen Stiel jedoch im Alter grau wird und dessen Lamellen eher weisslich und nicht sehr lebhaft ockerfarben werden. Ausserdem schmeckt er mild.
Tödlich giftige Doppelgänger:
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
Weisser Knollenblätterpilz (Amanita verna)
Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
Die Knollenblätterpilze haben an der Stielbasis immer eine von weissen, häutigen Hüllresten umgebene, deutliche Knolle und einen Ring am Stiel. Die Lamellen sind reinweiss und nicht am Stiel angewachsen. Die Knollenblätterpilze (Amanita) erscheinen eher schlank und hochgewachsen, während die Täublinge (Russula) dagegen gedrungen und kräftig aussehen.

SYNONYME
Gallen-Täubling; Russula fellea;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Pilzvergiftung kurze Latenz; gastrointestinales Pilzsyndrom; Täublinge; Russula spp.;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


3. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


4. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


5. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


6. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


7. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


8. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


9. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999