GELBER FALTENSCHIRMLING (Leucocoprinus birnbaumii)

GELBER FALTENSCHIRMLING (LEUCOCOPRINUS BIRNBAUMII) Bild 1 
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Haberl B; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: 2-5 cm Durchmesser, jung eiförmig, dann glockig, später gewölbt aufgeschirmt und sehr zerbrechlich. Oberfläche auf zitronen bis schwefelgelben Grund mit deutlichen schuppenartigen Flöckchen besetzt. Flöckchen goldgelb bis bräunlichgelb, am Scheitel meist bräunlich, gegen den faltig-gerieften Hutrand weniger werdend.
Lamellen: hellgelblich bis schwefelgelb, an der Schneide oft bräunlich, dichtstehend, am Stiel nicht angewachsen. Sporenpulver weiss.
Stiel: 5-7 cm lang, dem Hut gleichfarbig, jung mit aufsteigendem, gelben Ring, häutig, alt vergänglich, unterhalb des Ringes fein gelbflockig, Basis keulig.
Fleisch: gelb, häutig
TYPISCHE MERKMALE: Kleiner, in allen Teilen schwefelgelber Lamellenpilz, lange glockiger Hut, der mit gelben bis bräunlichen, schuppenartigen Flöckchen besetzt ist, Hutrand gerieft, Stiel mit aufsteigendem Ring, nur in Gewächshäusern und Blumentöpfen, nicht im Freiland wachsend.

VORKOMMEN
Nicht im Freiland, sondern in Gewächshäusern, Treibbeeten und Blumentöpfen, meist zu mehreren wachsend.

WERT
Ungenießbarer, giftverdächtiger Pilz;

SYMPTOME
Bisher keine genaue Vergiftungssymptomatik bekannt
Es ist mit den Symptomen einer
Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung zu rechnen

THERAPIE
Wegen noch unbekanntem Vergiftungsverlauf den Patienten in einer Klinik für 1 bis 2 Tage beobachten auf Magen-Darm- und ZNS-Symptome mit Kontrolle von Leber- und Nieren-Werten.

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
TÖDLICH GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Gewächshaus-Giftschirmling (Lepiota citrophylla) kann ebenfalls in Blumentöpfen bzw. beheizten Gewächshäusern wachsen. Sein Hut ist nur jung gewölbt und bald flach ausgebreitet, die Hutoberfläche erscheint zunächst braun, sie ist jedoch auf schwefelgelben Grund ziemlich dicht besetzt mit braunen Schüppchen. Der Stiel unterscheidet sich durch eine nur faserflockige Ringzone. Darüber ist der Stiel hellgelb, darunter gegen die Basis zunehmend braunflockig geschuppt und meist rötlichbraun fleckend.

SYNONYME
Leucocoprinus birnbaumii; Leucocoprinus luteus;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Blumentopfpilze; Faltenschirmlinge; Leucocoprinus spp; Schirmlinge; Giftschirmlinge;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978