GROSSER RETTICHFAELBLING (Hebeloma sinapizans)

GROSSER RETTICHFAELBLING (HEBELOMA SINAPIZANS) Bild 1 
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Haber B; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 4-12 cm, jung halbkugelig, dann flach ausgebreitet bis verbogen, Scheitel stumpf gebuckelt, dickfleischig. Farbe variiert von ockerbraun bis rötlichbraun, Hutoberfläche bei feuchter Witterung stark schmierig.
Lamellen: jung weisslich, dann milchkaffeebraun, nicht gefleckt(tränend), dichtstehend, am Stiel ausgebuchtet angewachsen. Sporenpulver tabakbraun.
Stiel: 5-12 cm lang, kräftig, weisslich, deutlich faserig-schuppig besetzt, alt und auf Berührung bräunend.
Fleisch: weisslich, bitter, Geruch nach Rettich
TYPISCHE MERKMALE: Grosser, kräftiger, geselliger Pilz mit bräunlichen Hutfarben, jung weisslichen, dann milchkaffeefarbenen, nicht tränenden/gefleckten Lamellen, einem weissen, schuppig besetzten Stiel und starkem Geruch nach Rettich.

VORKOMMEN
September bis November in Laub- und Nadelwäldern, oft zu mehreren in Kreisen oder Reihen.

GIFTIGKEIT
verursacht nach Genuß leichte bis mittelschwere Magendarmbeschwerden (8)

SYMPTOME
leichte bis mittelschwere Magendarmbeschwerden mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und eventuell Magenkrämpfe sind möglich siehe auch Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung
LATENZZEITEN: kurze Latenzzeit bis wenige Stunden nach Pilzgenuß.

LAIENHILFE
Bei Verdacht auf Einnahme eines Pilzes dieser Gruppe kann die Gabe von medizinaler Kohle 30-50g (bei Kindern 1g / kg KG) die Resorption des Giftes verhindern, verzögern oder zumindest vermindern. Wegen der möglichen schweren Verläufe soll jeder Fall in einer Klinik beobachtet werden.

ÄRZTLICHE THERAPIE
siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Innerhalb der Gattung Fälblinge (Hebeloma) kann es zu Verwechslungen kommen. Man geht davon aus, dass alle Fälblinge ungeniessbar sind, bei einige Arten weiss man, dass sie ein gastrointestinales Pilzsyndrom auslösen.
Siehe Fälblinge (Hebeloma spp.)
Deshalb sollte man generell die Fälblinge als Speisepilze meiden!

SYNONYME
Hebeloma sinapizans; Rettich-Faelbling; Rettichfaelbling;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Pilzvergiftung frühe Latenz; gastrointestinales Pilzsyndrom; Faelblinge; Hebeloma spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 2000


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999