KRONENBECHERLING (Sarcosphaera crassa)

KRONENBECHERLING (SARCOSPHAERA CRASSA) Bild 1 
(auf Bilder klicken für die volle Größe der Bilder)

Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Fruchtkoerper: jung kugelig geschlossen und hohl im Boden eingesenkt, dann überirdisch wachsend, am Scheitel unregelmässig, sternförmig aufreissend, wobei mehrere dreieckige Lappen entstehen. Masse des reifen, becherförmigen Fruchtkörpers: 5-15 cm breit, ca. 5 cm hoch. Aussenseite weisslichgrau, Innenseite jung hellviolett, rosa, später ockergelb bis bräunlich. Sporenpulver farblos.
Fleisch: weiss, geruchlos, milder Geschmack
TYPISCHE MERKMALE: Grosser Becherling, jung kugelig, dann oben sternförmig aufreissend und innen hellviolett bis gelbbraun gefärbt, aussen grauweisslich, milder Geschmack, im Frühjahr bis Frühsommer wachsend.

VORKOMMEN
Mai bis Juli in Gebirgswäldern, oft gruppenweise wachsend, stellenweise häufig.

GIFTIGKEIT
Verursacht heftige Magen-Darm-Beschwerden wenn er roh oder gekocht gegessen wird
in wie weit das Gyromitra-Syndrom auftreten kann ist un-
klar

SYMPTOME
Wegen sehr seltener Vergiftungsfälle ist nur wenig über den Vergiftungsverlauf bekannt; es werden heftige Magen-Darm-Beschwerden berichtet (3;5)


LAIENHILFE
Medizinische Kohle 20-40g (bei Kindern 1g / kg KG); in jedem Fall muß der Erkrankte in einer Klinik beobachtet werden

ÄRZTLICHE THERAPIE
Wegen geringer Erfahrung mit Vergiftungen durch den Kronenbecherling sollte jeder Patient mindesten 8 Stunden klinisch beobachtet werden mit Kontrolle der Leber-, Nieren- und Blutbildwerte; Entlassung sollte nur nach Symptomfreiheit erfolgen.
siehe auch Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
bestehen keine, da der Pilz schon alleine durch seine Grösse von anderen Becherlingen unterschieden werden kann.

SYNONYME
Sarcosphaera crassa; Sarcosphaera coronaria; Sarcosphaera eximia; pink crown; violet star cap; Kronen-Becherling;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Becherlinge; Pezizaceae; Sarcosphaera spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


4. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


5. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


6. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999