LAUBFREUND-TRICHTERLING (Clitocybe phyllophila)

LAUBFREUND-TRICHTERLING (CLITOCYBE PHYLLOPHILA) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 5-11 cm, jung gewölbt und in der Mitte gebuckelt, später flach und leicht vertieft oder mit kleinem Buckel, Hutrand lange eingerollt. Farbe variiert von weiss bis weisslich, teilweise hellocker fleckend.
Lamellen: weisslich, später cremefarben mit Rosastich, am Stiel angewachsen oder leicht herablaufend. Sporenpulver schmutzig fleischfarben.
Stiel: 5-8 cm lang, gleichdick oder zur filzigen Basis hin keulig verdickt, längsfaserig, Farbe anfangs weiss, dann ockerlich (auch auf Berührung).
Fleisch: weiss, milder Geschmack.
TYPISCHE MERKMALE: Mittelgrosser Pilz von weisslicher Farbe, teilweise ockerlich fleckend, jung weissen, später cremerosafarbenen Lamellen, kaum vertiefter Hut.

VORKOMMEN
Bis in den Spätherbst in Laub- und Nadelwäldern auf Laub oder Nadelstreu, meist gesellig zu mehreren wachsend.

GIFTIGKEIT
Der Laubfreund-Trichterling verursacht die schnell einsetzenden Beschwerden des Pilz-Muskarinsyndrom

SYMPTOME
Innerhalb von 15 Minuten bis 0,5 bis 2 Stunden nach Pilzgenuß treten plötzlich heftige Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen, Speichelfluß, Durchfall, Schweißausbruch, evtl. zusätzlich Sehstörungen und Herz- und Blutdruckprobleme auf.
Ausführliche Beschreibung siehe Pilz-Muskarinsyndrom
LATENZZEITEN: 0,5 bis 2 Stunden

LAIENHILFE
Besteht Verdacht auf Einnahme eines weißen Gifttrichterlings kann die Einnahme von medizinischer Kohle 0,5-1g /kg KG die
Giftaufnahme verzögern.
Wegen möglicher schwerer Krankheitszeichen muß jeder Patient mit entsprechendem Vergiftungsverdacht ärztlich untersucht werden und sollte für mindesten 4 Stunden beobachtet werden;

ÄRZTLICHE THERAPIE
siehe Pilz-Muskarinsyndrom

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Innerhalb seiner Gattung gibt es eine Reihe kleiner, weisser Trichterlinge, die sich sehr ähnlich sehen und Muskarin enthalten Pilz-Muskarinsyndrom. Sie sind selbst für Pilzkenner oft nur mikroskopisch voneinander zu unterscheiden. Ungeübte Pilzsammler sollten keinesfalls Trichterlinge zu Speisezwecken sammeln und auch bei anderen weissen Wiesenpilzen vorsichtig sein!Siehe auch Gifttrichterlinge

GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Feld-Trichterling (Clitocybe dealbata) ist von kleinerem Wuchs, die Lamellen bleiben weiss bis weisslich und haben keine cremerosa Färbung bei Sporenreife, ausserdem wächst er ausserhalb von Wäldern an grasigen Stellen.
Weisser Rasling (Lyophyllum connatum) sieht ihm durchaus ähnlich, unterscheidet sich zum einen durch sein büscheliges Wachstum und seinem Standort entlang von geschotterten Wegen, zum anderen ist der Pilz auffallend zäh-knorpelig und seine Lamellen sind weisslich ohne Rosatönung.
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Moenchskopf (Clitocybe geotropa) ist gut doppelt so gross und deshalb fast nicht zu verwechseln. Ausserdem hat er weit herablaufende Lamellen und sein trichterförmig vertiefter Hut hat stets einen kleinen Buckel in der Mitte.
Mehlraesling (Clitopilus prunulus) sieht ihm vom Hut her ähnlich unterscheidet sich aber gut durch seine herablaufenden, anfangs weissen, dann fleischrosa werdenden Lamellen und einem intensiven Mehlgeruch.

Als weisse Wiesenpilze könnten evtl Champignon-Arten
z. B. der Wiesen-Champignon (Agaricus campestris) verwechselt werden. Diese haben aber schon jung rosa, alt schockoladenfarbene Lamellen und einen halbkugeligen bis flachen, niemals trichterförmigen Hut.
Desweiteren könnten weisse Arten der Schnecklinge (Hygrophorus spp) verwechselt werden, die jedoch als Speisepilze kaum von Interesse sind.

SYNONYME
Laubfreundtrichterling; Gilbender Trichterling; Blätter-Trichterling; Clitocybe phyllophila;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Trichterlinge; Clitocybe spp; Muscarin-Syndrom

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


10. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999