NETZSTIELIGER HEXENRÖHRLING (Boletus luridus)

NETZSTIELIGER HEXENROEHRLING (BOLETUS LURIDUS) Bild 2 
(auf Bilder klicken für die volle Größe der Bilder)

Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 6-20 cm, jung halbkugelig, später polsterförmig bis abgeflacht, dickfleischig. Farbe variiert von gelbbraun bis schmutzigbraun mit Olivtönen, Oberfläche feinfilzig, später glatt, bei Regen klebrig.
Röhren: gelb bis olivgelb, Röhrenmündungen orangerot bis rot, an Druckstellen grünblau verfärbend. Sporenpulver olivbräunlich.
Stiel: 5-15 cm lang, keulig oder gleichdick, meist gelb bis orange, an der Basis rötlich, ganz oder teilweise von einem gelben bis rötlichbraunen, grobmaschigen Netz überzogen, auf Druck grünblau verfärbend.
Fleisch: blassgelb, in der Basis purpurrot, im Schnitt schwach grünblau verfärbend, später verblassend. Angenehmer Geruch und Geschmack.
TYPISCHE MERKMALE: Grosser Röhrenpilz mit einem feinfilzigen, gelbbraunen bis olivfarbenem Hut, orangeroten Röhrenmündungen, einem gelblichem Stiel mit grobmaschiger Netzzeichnung und blassgelben, schwach blauendem Fleisch.

VORKOMMEN
Juni bis Oktober in Laub- und Nadelwäldern, Parkanlagen.

GIFTIGKEIT
Gilt als guter Speisepilz, der vermutlich auch von den meisten Personen gut vertragen wird, sofern die Pilze gut gekocht werden. Roh oder ungenügend zubereitet kann er Verdauungsprobleme verursachen.
Ausserdem steht er im Verdacht das Coprinus Syndrom auszulösen.

SYMPTOME
Bei ungenügend gekochtem Pilzgericht können nach 30 Minuten bis 4 Stunden Magendarmprobleme mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten.
Außerdem kann 30 Minuten bis 2 Stunden nach Alkoholgenuß das Coprinus Syndrom mit Blutandrang zu Kopf und Brust, Kopf- und Brustschmerzen auftreten.

LAIENHILFE
Bei Beschwerden immer einen Arzt aufsuchen und mit einer Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) das weitere Vorgehen abklären.

ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung und
Coprinus Syndrom


VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Satansroehrling (Boletus satanas) unterscheidet sich durch seinen hellgrauen Hut, einen dicken, gedrungenen, genetzten Stiel von goldgelber Farbe mit einer karminroten Zone, karminrote Röhrenmündungen, schwach blauendes Fleisch, aasartiger Geruch
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Flockenstieliger Hexenroehrling (Boletus erythropus) unterscheidet sich durch einen dunkleren, samtigeren Hut, vor allem aber durch einen nicht genetzten, sondern auf gelben Grund karminrot bis orangerot flockig punktierten Stiel.
Glattstieliger Hexenröhrling (Boletus queletii)

SYNONYME
Hexenröhrling netzstieliger; Boletus luridus;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Röhrlinge; Hexenröhrlinge; Boletus spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994