PANTHERPILZ (Amanita pantherina)

PANTHERPILZ (AMANITA PANTHERINA) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 5-10 cm, jung halbkugelig, später flach ausgebreitet. Der Hutrand ist (meist) gerieft, Hutfarbe graubraun bis dattelbraun mit abwischbaren, reinweissen Flocken besetzt
Lamellen: weiss, dichtstehend, am Stiel nicht angewachsen, Sporenpulver weiss
Stiel: 5-12 cm lang, weiss, schlank, am Grund mit einer stulpenartigen Knolle, darüber ist eine undeutliche flockig-schuppige Gürtelzone. Der Ring ist häutig, weiss und nicht gerieft.
Fleisch: weiss und nicht verfärbend
TYPISCHE MERKMALE: Lamellenpilz mit braunem Hut und weissen Flocken, gerieftem Hutrand, glattem Ring und einer stulpenartigen Knolle. Das Fleisch ist unveränderlich weiss!

VORKOMMEN
Juli bis Oktober in Laub- und Nadelwald, einzeln bis gesellig stehend

GIFTIGKEIT
Schwere Vergiftungen mit Krampfanfall und Bewustlosigkeit sind möglich

SYMPTOME
Üblicherweise 1-4 Stunden nach der Pilzmahlzeit Beschwerdebeginn mit dem Gefühl der Trunkenheit, des Schwebens; in schweren Fällen Verwirrtheit, Muskelzuckungen, eventuell Krampfanfall und später tiefe Bewußtlosigkeit. Selten kommt es zu Speichelfluß, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Die Symptome sind meist für 3-4 Stunden schwer und klingen dann während der nächsten 10 Stunden in schweren Fällen während der nächsten 1 bis 2 Tage ab.
siehe auch FLIEGENPILZ- PANTHERPILZ- SYNDROM
LATENZZEITEN: Beschwerdebeginn 1-4 Stunden nach Pilzmahlzeit
Dauer der Beschwerden 10 bis 48 Stunden.

LAIENHILFE
Falls noch keine Beschwerden aufgetreten sind sollte sofort 20-40g medizinsiche Kohle (beim Kind 1g pro kg KG) eingenommen werden und dann der Patient mit mit Krankentransport oder Notarzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Wegen möglicher schwerer Verläufe und möglichen psychischen fehlreaktionen muß jeder Fall

ÄRZTLICHE THERAPIE
siehe FLIEGENPILZ- PANTHERPILZ- SYNDROM

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN

bestehen meist innerhalb der Gattung Wulstlinge (Amanita), besonders alle braunhütigen Arten.
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Perlpilz (Amanita rubescens) ist der klassische Doppelgänger. Er unterscheidet sich vor allem durch sein rötendes Fleisch (Sichtbar im Schnitt oder an Frasstellen), durch seine rötlichgrauen Flöckchen auf dem Hut, dem nicht gerieften Hutrand, dem an der Basis keulig-knolligen Stiel und dem gerieften Ring.
Grauer Wulstling (Amanita spissa) hat keine reinweissen, sondern weissliche bis graue, grössere Flocken auf dem Hut, der Hutrand ist glatt, die Stielbasis ist keulig verdickt und der Ring ist gerieft.
GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Rauher Wulstling (Amanita aspera)
Porphyrbrauner Wulstling (Amanita porphyria) unterscheidet sich durch seine dem Hut gleichfarbigen Flocken auf dem Hut, einem glatten Hutrand und einem graubräunlichem Stiel.

GIFT UND GIFTWIRKUNG
siehe FLIEGENPILZ- PANTHERPILZ- SYNDROM

SYNONYME
Pantherpilz; Amanita pantarina;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Amanita spp.; Pilzvergiftung kurze Latenz;

LITERATUR

Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999