PERLHUHNEGERLING (Agaricus placomyces)

PERLHUHNEGERLING (AGARICUS PLACOMYCES) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 1999

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 6-10 cm, jung halbkugelig, später glockig
bis flach, Oberfläche auf weissen Grund besetzt mit
grauen, braunen Schüppchen, die zur Mitte hin dichter, am
Rand lockerer verteilt sind
Lamellen: jung hellrosa, dann schwarzbraun, nicht am Stiel
angewachsen, Sporenpulver dunkelbraun
Stiel: 6-8 cm lang, weiss, bei Berührung gilbend, schlank,
die Basis ist knollig verdickt, der Ring ausgeprägt
Fleisch: weiss, im Schnitt vor allem in der Stielbasis gelb
werdend, alt bräunlich. Schwacher Geruch nach Karbol, beim
Kochen intensiver !
TYPISCHE MERKMALE: Lamellenpilz mit jung rosa, später
dunkelbraunen Lamellen. Hutoberfläche mit graubraunen
Schüppchen dicht besetzt, weisser Stiel mit Ring und
knolliger Basis, der im Schnitt kräftig gelb wird, Fleisch
mit schwachen Karbolgeruch.

VORKOMMEN
Juli bis Oktober in Gärten, Parkanlagen, Wegränder, Gebüsche

GIFTIGKEIT
der Perlhuhnegerling (Agaricus placomyces) verursacht eine -
>Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung<-

SYMPTOME
Nach meist 2-4 sehr selten erst nach 6 Stunden Übelkeit
Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe; die Symptome halten
für Stunden an. Selten wurde auch zusätzlich von Schwindel,
Kribbelparaesthesien um den Mund und Gesichtsrötungen
berichtet.
LATENZZEITEN: 2-4(-6) Stunden

LAIENHILFE
Bei frühzeitigem Verdacht medizinische Kohle 20-40g (bei
Kindern 1g / kg KG); in jedem Fall muß der Erkrankte vom
einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer
Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte
die Nötigkeit weiterer Diagnostik und die Notwendigkeit zur
Einweisung in eine Klinik besprochen werden.

ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
TÖDLICH GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Weisser Knollenblätterpilz (Amanita verna)
Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
Die Knollenblätterpilze haben immer weisse Lamellen und eine von weissen, häutigen Hüllresten umgebene, deutliche Knolle!
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Parasol (Macrolepiota procera)
Grosser Scheidling (Volvariella speciosa)
rosablättriger Egerlingsschirmling (Leucoagaricus pudicus)
Die meisten Vergiftungen basieren auf Verwechslungen mit
braunschuppigen Champignonarten. Diese haben aber niemals
einen Karbolgeruch und färben im Schnitt nicht so intensiv
gelb, gilben gar nicht oder das Fleisch rötet !
Wald-Champignon (Agaricus silvaticus)
Riesenchampignon (Agaricus augustus)
Weisser Anis-Champignon (Agaricus arvensis)
Wiesen-Champignon (Agaricus campestris)
Stadt-Champignon (Agaricus bitorquis)

GIFTE
Unter anderem wurden Phenol, Diazo- und Hydrazin-
Verbindungen (wie Aparikon, Xanthodermin, Hydroxy-Benzol-
Diazonium Ion) gefunden.

SYNONYME
Perlhuhn-Champignon; Perlhuhn-Egerling; Feinschuppiger
Giftchampignon; Agaricus placomyces; Agaricus
praeclaresquamosus; Agaricus meleagris

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Pilze giftige; Champignons; Egerlinge;
Giftchampignons; Agaricus spp; Pilzvergiftung kurze Latenz;

LITERATUR

Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern


1991


Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze


Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13.


Auflage 1999


Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und


Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York


1978


Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC


Press 1994


Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil


I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris


1999