SATANSRÖHRLING (Boletus satanas)

SATANSROEHRLING (BOLETUS SATANAS) Bild 1 
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Kleber JJ; Haberl B; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 10-25 cm, jung halbkugelig, dann polsterförmig, unregelmässig verbogen, dickfleischig, Farbe jung hellgrau, dann olivgrau bis hellocker.
Röhren: gelblich, Röhrenmündungen jung gelb, dann zunehmend karminrot werdend, gegen den Hutrand orangerot, an Druckstellen blauend. Sporenpulver olivbraun.
Stiel: 5-12 cm lang, gedrungen, knollig bis dickbauchig, Farbe hellgelb bis goldgelb, meist zur Basis hin karminrot, oft auch nur als Zone in der Mitte, im oberen Stielteil feinmaschige Netzzeichnung, auf Druck blauend.
Fleisch: weisslich, im Schnitt langsam blauend, milder Geschmack, unangenehmer, im Alter aasartiger Geruch.
TYPISCHE MERKMALE: Grosser Röhrenpilz mit auffallend blassgrauem Hut, karminroten Röhrenmündungen, einem kurzen, knolligen, teilweise genetzten Stiel, der gelb und karminrot gefärbt ist, schwach blauendes Fleisch, aasartiger Geruch.

VORKOMMEN
August bis September in Laubwäldern, besonders unter Buchen und Eichen an wärmebegünstigten Orten. Selten, aber örtlich gesellig wachsend.

GIFTIGKEIT
Schon nach Genuß von 1 Pilz sind heftige Magen-Darm-Probleme möglich (11)

SYMPTOME
Ab 1 Stunde meist 2-3 Stunden nach Pilzgericht Übelkeit, mehrfaches öfters massives Erbrechen und rezidivierender Durchfall; öfters krampfartige Oberbauchschmerzen; die Beschwerden können länger anhalten, in einigen Fällen 6-12 Stunden (11);
LATENZZEITEN: (1-) 2-3 (-4) Stunden;

LAIENHILFE
Bei frühzeitigem Verdacht medizinische Kohle 20-40g (bei Kindern 1g / kg KG); in jedem Fall muß der Erkrankte mindestens 4-6 Stunden nach Pilzaufnahme in einer Klinik beobachtet werden, bei Symptomen bis zu deren Abklingen.

ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung


VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
ESSBARE DOPPELGÄNGER
Flockenstieliger Hexenroehrling (Boletus erythropus) ist aufgrund seines dunkleren, braunen Hutes, den nicht genetzten, sondern rotflockigen Stiel und dem gelben Fleisch, das sofort blaut kaum zu verwechslen.
Netzstieliger Hexenroehrling (Boletus luridus) besitzt einen gelblichen Stiel ohne karminrote Farben, der zwar eine Netzzeichnung hat, die jedoch grobmaschig ist. Der Hut ist olivfarben und nicht blassgrau, das Fleisch blassgelb.
Glattstieliger Hexenröhrling (Boletus queletii)

SYNONYME
Satanspilz; Satans-Röhrling; Teufelspilz; Blutschwamm; Boletus satanas; Tubiporus satanas; Boletus eastwoodiae; Teufelspilz; Blutschwamm; porcino malefico; brisa matta; terun; lardaru; cepe diabolic

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Pilzvergiftung kurze Latenz; gastrointestinales Pilzsyndrom;; Röhrlinge; Boletus spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994


9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


10. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999


11. Kleber JJ: SATANSRÖHRLING (Boletus satanas) Kasuistik-Giftnotruf-München 1982 - 1999


aus Ganzert M; Kleber JJ; Zilker Th: TOXINFO Giftnotruf München 2000