SCHWAERZENDER SAFTLING (Hygrocybe nigrescens)

SCHWAERZENDER SAFTLING (HYGROCYBE NIGRESCENS) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: 4-7 cm Durchmesser, stumpf- bis spitzkegelig, trocken seidenmatt, feucht leicht schmierig. Farbe orangegelb bis rotorange, im Alter oder bei Berührung schwärzend, Hutrand gestreift, oft eingerissen.
Lamellen: zitronengelb bis kräftig gelb, dick, am Stiel schmal angewachsen, Schneiden wellig bis gekerbt, im Alter schwärzend. Sporenpulver weiss.
Stiel: 3-8 cm lang, gleichdick, längsfaserig bis fast längsrillig, oft drehwüchsig, Farbe gelb bis orangegelb, Basis weisslich, im Alter schwärzend und hohl.
Fleisch: gelblich, schwärzend, geruch- und geschmacklos. Der Pilz (Hut/Stiel) fühlt sich wachsartig/fettig an.
TYPISCHE MERKMALE: Gebrechlicher, kleiner, kegeliger Lamellenpilz mit kräftigen orangegelben bis rötlichen Farben, im Alter schwärzend.

VORKOMMEN
Juni bis November auf Grasflächen wie Magerwiesen, Alpweiden, feuchte Wiesen, an Wegrändern.

GIFTIGKEIT
Da die einzelnen Hygrocybe-Arten oft nur schwer voneinander zu unterscheiden sind und auch nur ungenaue Kentnisse über die Giftigkeit der einzelnen Art vorliegen, ist jede Hygrocybe-Art als giftverdächtig zu betrachten (1,5);
Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizungwurde wurde vor allem berichtet von dem schwärzenden Saftling (Hygrocybe nigrescens).

SYMPTOME
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

LAIENHILFE
Bei Verdacht auf Einnahme eines Pilzes dieser Gruppe kann die Gabe von medizinaler Kohle 30-50g (bei Kindern 1g / kg KG) die Resorption des Giftes verhindern, verzögern oder zumindest vermindern. Wegen der nur spärlichen Kentnisse zum Vergiftungsverlauf soll jeder Fall in einer Klinik beobachtet werden.

ÄRZTLICHE THERAPIE
siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung; wegen der geringen Kentniss über Pilzvergiftungen mit Saftlingen (Hygrocybe Spp.) sollte in jedem Fall eine klinische Beobachtung für 1-2 Tagen mit Kontrolle von Leber-, Nieren- und Blutwerten erfolgen.

TOXINE
Nicht bekannt (Bresinsky A und Besl; Spoerke und Rumak)

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Innerhalb der Gattung der Saftlinge (Hygrocybe) kann es zu Verwechslungen mit anderen orangegelben oder orangeroten Arten kommen. Der schwärzende Saftling ist jedoch aufgrund des schwärzenden Pilzfleisches und der gelben Lamellen gut zu erkennen. Einige Pilzexperten unterscheiden bei dem schwärzenden Saftling zwei Arten:
->Schwaerzender Saftling (Hygrocybe nigrescens): stumpfkegeliger Hut, etwas grösser, viersporig
->Kegeliger Saftling (Hygrocybe conica): spitzkegeliger Hut, etwas kleiner, zwei- bis viersporig

SYNONYME
Schwaerzender Saftling; Schwarzwerdender Saftling; Hygrocybe nigrescens; Hygrocybe pseudoconica; Hygrocybe conica; Kegeliger Saftling; Kegliger Saftling; cone-shaped hygrophorus; conic hygrophorus; witch`s hat; hygrophore conique;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Pilzvergiftung frühe Latenz; gastrointestinales Pilzsyndrom; Saftlinge; Glaskoepfe; Hygrocybe spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


4. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978


5. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994