SPITZMORCHEL (Morchella conica)

SPITZMORCHEL (MORCHELLA CONICA) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: 3-6 cm hoch, meist stumpfkegelig bis walzenförmig, graubraun bis schwärzlichbraun. Durch +/- parallellaufende, ausgeprägte Längsrippen, welche durch kurze Querrippen verbunden sind, entstehen kammerartige Vertiefungen, die die Oberfläche regelmässig wabenförmig erscheinen lässt.
Stiel: 2-4 cm lang, hohl, runzelig, weisslich bis ockerfarben, Oberfläche fein rauhkörnig. Hutrand dem Stiel ausgebuchtet angewachsen.
Fleisch: weisslich, elastisch, milder Geschmack
TYPISCHE MERKMALE: Im Frühjahr vorkommender mittelgrosser Pilz mit stumpfkegeligen, wabenartigen, graubraunen Hut und weissen Stiel.

VORKOMMEN
Im Frühjahr in Laub- und Nadelwäldern, Auwäldern, gerne in der Umgebung von Rindenmulch, einzeln oder gruppenweise wachsend.

WERT
Guter Speisepilz
Beim Speisemorchel (Morchella esculenta) kommt es selten nach 8-12 Stunden zu leichten Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Sensibilitätsstörungen, Zittern, Sprach- und Gangstörungen

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Giftige Doppelgänger:
Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) wächst ebenfalls im Frühling, unterscheidet sich aber durch einen rundlichen, rotbraunen bis schwarzbraunen Hut, der durch wellig verlaufende Wülste hirnartig-lappig aussieht.
Riesenlorchel (Gyromitra gigas) sieht der Frühjahrslorchel sehr ähnlich (sichere Unterscheidung nur mikroskopisch) sie wird etwas grösser, kommt vor allem in Bergfichtenwälder vor und ist sehr selten.
Bischhofsmütze (Gyromitra infula) erscheint nicht im Frühjahr, sondern erst im Herbst. Der braune Hut ist unregelmässig gefaltet mit zwei bis vier tütenförmigen Spitzen, die durch zusammengebogene Hutlappen gebildet werden.
Essbare Doppelgänger:
Speisemorchel (Morchella esculenta) unterscheidet sich durch den rundlichen, honiggelben Hut und den unregelmässigen Vertiefungen (keine parallellaufenden Rippen) der wabenartigen Oberfläche.

SYNONYME
Köstliche Morchel; Spitz-Morchel; Morchella conica;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Speisepilze; Morchel; Morcheln; Morchella spp; Schlauchpilze; Ascomyceten;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978