STOCKSCHWÄMMCHEN (Kuehneromyces mutabilis)

STOCKSCHWAEMMCHEN (KUEHNEROMYCES MUTABILIS) Bild 1 
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Haberl; B Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 2-6 cm, jung gewölbt, später ausgebreitet mit stumpfen Buckel. Die Farbe variiert je nach Witterung:
Im feuchten Zustand fuchsig-gelbbraun, beim Trocknen von der Mitte aus heller honiggelb werdend. Der Rand bleibt dabei lange feucht und erscheint dunkler gezont.
Lamellen: jung hellocker, später ocker- bis rostbraun, dichtstehend, am Stiel angewachsen und etwas herablaufend.
Sporenpulver braun
Stiel: 3-7 cm lang, schlank, Oberfläche über dem Ring cremefarben, darunter auf ockerfarbenem Grund mit dunkleren, braunen, abstehenden Schuppen bedeckt. Der Ring ist häutig, oberseits gerieft, meist braun durch Sporenpulver, oft nach unten umgerollt und vergänglich.
Fleisch: cremefarben, angenehmer Geruch und Geschmack
TYPISCHE MERKMALE: Büschelig meist an Laubholzstümpfen wachsender Pilz mit braungelben Hut, der eine hellere Mitte und eine dunklere Randzone, rostbraune Lamellen, einen braun beschuppten Stiel mit einen gerieften Ring hat.

VORKOMMEN
April bis Dezember meist büschelig und in grosser Anzahl an morschen Laubholzstümpfen, selten an Nadelholz wachsend.

WERT
Essbar, wegen der grossen Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Nadelholzhäubling (Galerina marginata)
raten wir vor dem Sammeln und Verzehr ab !

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Bestehen vor allem mit ebenfalls an Holz wachsenden Pilzen. TÖDLICH GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Nadelholzhäubling (Galerina marginata): sei nur als bekanntester der amatoxinhaltigen Häublinge genannt ! Er ist dem Stockschwämmchen sehr ähnlich (vor allem im Alter) und hat schon oft zu tödlichen Vergiftungen aufgrund von Verwechslungen geführt ! Ein Unterscheidungsmerkmal ist der Stiel: während das Stockschwämmchen auf ockerfarbenen Grund mit dunkleren Schüppchen unterhalb des gerieften Ringes besetzt ist, hat der Nadelholzhäubling einen gelbbraunen Stiel, der unterhalb der oft kaum zu erkennenden Ringzone heller überfasert ist. Der Ring ist bei beiden Pilzen vergänglich und kann daher fehlen, was die Bestimmung noch zusätzlich erschwert. Alle anderen Merkmale wie Hut, Grösse oder Standort sind zur sicheren Unterscheidung oft nicht brauchbar.
Spitzbuckeliger Rauhkopf (Cortinarius rubellus): wächst nicht an Holz und ist ein kräftig orangefuchsig gefärbter Pilz mit zimtbraunen Lamellen und einem spitzen Buckel am Hut.
Orangefuchsiger Rauhkopf (Cortinarius orellanus): unterscheidet sich durch seinen orangefuchsigen, nicht spitz gebuckelten Hut und einem helleren, glatten Stiel und zimtbraunen Lamellen, wächst nicht an Holz.
GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare): unterscheidet sich durch seine schwefelgelben Farben an Hut und Stiel, durch die jung schwefelgelben, alt graugrünen Lamellen und seinen bitteren Geschmack.
Ziegelroter Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium): wächst ebenfalls büschelig an Holz, ist jedoch auffallend ziegelrot gefärbt
Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa): ist an Hut und Stiel dicht mit rostbraunen, sparrig abstehenden Schuppen besetzt.
ESSBARE DOPPELGÄNGERE:
Samtfussrübling (Flammulina velutipes): hat keinen Ring und der Stiel ist nicht beschuppt, sondern zur Basis hin braunschwarz feinsamtig überzogen.
Rauchblättriger Schwefelkopf (Hypholoma capnoides): unterscheidet sich durch einen fein längsfaserigen Stiel, der nicht mit Schüppchen besetzt ist und auch keinen Ring besitzt, bestenfalls erkennt man jung eine Ringzone.

SYNONYME
Gemeines Stockschwämmchen; Kuehneromyces mutabilis; Pholiota mutabilis; Galerina mutabilis;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Speisepilze

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978