VIOLETTER RÖTELRITTERLING (Lepista nuda)

Haberl B; Zilker Th 2000

BESCHREIBUNG
Hut: 6-15 cm Durchmesser, jung gewölbt und mit eingerolltem Rand, später zunehmend flacher und wellig verbogen. Oberfläche glatt, Farbe anfangs kräftig violett, lila, dann entfärbt sich der Hut über lilabraun zu bräunlichen Tönen.
Lamellen: kräftig, später ausblassend lilafarben, dichtstehend, um den Stiel ausgebuchtet angewachsen. Sporenpulver fleischrosa.
Stiel: 5-10 cm lang, kräftig, an der Basis oft keulig, jung kräftig lila, dann ausblassend hellila, längsfaserig.
Fleisch: lila, alt bräunlich, milder Geschmack, Geruch aromatisch, parfümiert.
TYPISCHE MERKMALE: Grosser Lamellenpilz mit jung kräftig violetten Farben an Hut, Stiel und Lamellen, später ausblassend bzw. Hut bräunlich werdend, milder Geschmack.

VORKOMMEN
Ab September bis in den Spätherbst, manchmal auch im Frühjahr gruppenweise in Reihen oder Ringen, innerhalb und ausserhalb von Wäldern, gerne zwischen Fallaub.

WERT
Speisepilz

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Erdigriechender Schleierling (Cortinarius variecolor unterscheidet sich durch seine zwar jung violetten, jedoch bald rostbraun werdenden Lamellen, der faserigen Ringzone am Stiel und dem muffigen, erdartigen Geruch.
Lila Dickfuss (Cortinarius traganus) hat von Anfang an keine violetten Lamellen, sondern safranockerfarbene, später rostbraune. Ausserdem besitzt der keulig-knollige Stiel eine faserseidige, gürtelartige Ringzone, das gelbbraune Fleisch riecht unangenehm bockartig.
In der Gattung Schleierlinge (Cortinarius) gibt es noch mehrere violette Arten, die miteinander verwechselt werden können, davon sind derzeit keine tödlich giftigen Arten bekannt. Einige sollen jedoch Magen-Darm-Probleme verursachen.
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Reifpilz (Rozites caperata) zeigt nur jung lila Farben, durch eine mehlige Bereifung auf dem Hut, die sich meist verliert, darunter ist der Hut gelblich. Der weissliche Stiel hat einen deutlich erkennbaren Ring, die Lamellen sind hellocker.
Andere Arten mit violetten Farben aus der Gattung Lepista:
Blassblauer Roetelritterling (Lepista glaucocana)
Maskierter Roetelritterling (Lepista personata)
Schmutziger Roetelritterling (Lepista sordida)

SYNONYME
Violetter Roetel-Ritterling; Nackter Roetelritterling; Lepista nuda; Tricholoma nudum; Roetelritterling violetter; Roetelritterling nackter;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Speisepilze; Ritterlinge; Roetelritterlinge; Lepista spp;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991


3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999


6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968


7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978