ZITRONENBLÄTTRIGER TÄUBLING (Russula sardonia)

ZITRONENBLAETTRIGER TAEUBLING (RUSSULA SARDONIA) Bild 1 
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Haberl B; Kleber JJ; Zilker Th 1999

BESCHREIBUNG
Hut: Durchmesser 4-10 cm, hart, jung halbkugelig, oft
gebuckelt, dann ausgebreitet, zuletzt in der Mitte vertieft
und am Rand leicht gerieft. Farbe: purpurrot, rotbräunlich
Lamellen: jung blassgelb, dann kräftig gelb, dichtstehend,
am Stiel fast herablaufend, oft stark tränend,
Sporenpulver creme-ocker
Stiel: 3-8 cm lang, fest, stellenweise weiss, sonst
purpurrötlich, fein bereift
Fleisch: gelblichweiss, fest, obstartiger Geruch, scharfer
Geschmack
TYPISCHE MERKMALE: Mittelgrosser Lamellenpilz mit
purpurfarbenen Hut und gleichfarbigen Stiel und gelben
Lamellen. Obstartiger Geruch, scharfer Geschmack.

VORKOMMEN
September bis November in Nadelwäldern, besonders bei
Kiefern, häufig

GIFTIGKEIT
Ungeniessbar wegen des sehr scharfen Geschmackes; alle roh
scharf schmeckenden Täublinge sind giftverdächtig; je kürzer diese gekocht werden, desto stärkere Magen-Darm-Beschwerden
sind möglich

SYMPTOME
Magendarmreizungen sind möglich 15 Minuten bis zu 4 Stunden
nach der Pilzmahlzeit mit Übelkeit, Magendarmkrämpfen,
Erbrechen und Durchfall
LATENZZEITEN: 15 Minuten bis 4 Stunden

LAIENHILFE
Bei frühzeitigem Verdacht medizinische Kohle 20-40g (bei
Kindern 1g / kg KG); in jedem Fall muß der Erkrankte vom
einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer
Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte
die Nötigkeit weiterer Maßnahmen besprochen werden.

ÄRZTLICHE THERAPIE
Bei Magendarmbeschwerden siehe
Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung

VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
bestehen innerhalb der Gattung der Täublinge (Russula) mit
roten Hutfarben. Ungeniessbare/giftige Täublinge können
durch eine Kostprobe schnell festgestellt werden, indem man
ein Stück des Pilzes kaut (nach der Probe ausspucken!). Bei
scharfen Geschmack sollte der Pilz nicht gegessen werden !
giftige / ungeniessbare Täublinge: Stachelbeer-Täubling (Russula queletii); Buchen-Speitäubling (Russula mairei)
Speitaeubling (Russula emetica) von dem es mehrere
Varietäten gibt, hat weissliche Lamellen, einen leuchtend
roten Hut und sehr scharfen Geschmack.
essbare Doppelgänger:
Goldtaeubling (Russula aurata) hat ebenfalls gelbe
Lamellen, aber einen weisslichen Stiel und einen rot-orangen Hut; Speisetaeubling (Russula vesca);
Frauentaeubling (Russula cyanoxantha)

SYNONYME
Säufernase; zitronenblättriger Violett-Täubling; Russula
sardonia; Russula drimeia; Violett-Täubling
zitronenblättrigen; Täubling zitronenblättriger

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Pilzvergiftung kurze Latenz;
gastrointestinales Pilzsyndrom; Täublinge; Russula spp.;

LITERATUR

1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für


Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher


Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985


2. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV


Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987


3. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und


Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche


Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983


4. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze


Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13.


Auflage 1999


5. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle


und Meyer, Heidelberg 1968


6. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und


Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York


1978


7. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC


Press 1994


8. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen


(Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112


9. Zilker Th: Intoxications par les champignons


aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris


1999